THE LOOP
Die Hakone-Runde: Fünf Wege, einen Vulkan zu überqueren
Hakones klassische Rundtour verbindet fünf Verkehrsmittel rund um einen Kratersee – Bergbahn, Standseilbahn, Seilbahn, Schiffsverbindung über den See und Bus. So fügt sich alles zusammen.
Check dates and availability ↗Warum es eine Schleife ist, keine Schlange
Die Sehenswürdigkeiten von Hakone verteilen sich dünn um den Rand eines Kratersees, und keine einzige Straße oder Bahnlinie erschließt sie alle. Stattdessen hat der Ort im Laufe des letzten Jahrhunderts fünf völlig unterschiedliche Verkehrsmittel zu einem durchgehenden Ring zusammengefügt: eine Zahnradbahn hinauf durch das bewaldete Tal, eine Standseilbahn über die steilste Passage, eine Seilbahn über das Schwefelfeld, Ausflugsschiffe entlang des Sees und Busse, um die Lücken zu schließen. Fahren Sie sie nacheinander ab, von Hakone-Yumoto aus, und Sie umrunden den gesamten Vulkan und landen am Ende wieder dort, wo Sie gestartet sind. Das Geniale daran: Jede Teilstrecke existiert, weil das Gelände die vorherige bezwungen hat – die Schleife ist im Grunde eine Maschine, die gebaut wurde, um einen Berg zu erklimmen, der sich ständig neu überlegt, wie steil er sein möchte.
Die Tozan-Bahn und ihre Kehren
Die erste Etappe ist die beliebteste. Die Hakone-Tozan-Bahn klettert in rund 35 Minuten von Hakone-Yumoto nach Gōra und zählt zu den steilsten Adhäsionsbahnen Japans – kein Zahnrad, nur Stahlräder, die sich an einem extremen Gefälle festbeißen. Um ohne Tunnel an Höhe zu gewinnen, nutzt sie drei Kehren, an denen die Strecke schlicht am Berg endet und Lokführer und Schaffner die Seiten tauschen, sodass der Zug rückwärts den nächsten Abschnitt hinauffährt. Man spürt, wie der gesamte Wagen die Richtung wechselt. Im Juni und Anfang Juli säumen Hortensien den Einschnitt, und die Bahn verkehrt abends mit beleuchteten Sonderzügen; im Herbst färben sich dieselben Hänge rot. Es ist langsam, es ist laut, und es ist der Abschnitt der Schleife, der in Erinnerung bleibt. Das Freilichtmuseum liegt eine Station vor Gōra und ist damit der ideale Ort, um die Auffahrt zu unterbrechen.
Die Seilbahn und die Standseilbahn
In Gōra endet die Bahn, und die Tozan-Standseilbahn – eine an einem Stahlseil gezogene Zahnradbahn – überwindet die Steigung in wenigen Minuten bis nach Sōunzan. Unterwegs passiert sie Zwischenstationen, an denen man für einen Garten oder einen Aussichtspunkt aussteigen kann. In Sōunzan übernimmt dann die Hakone-Seilbahn das spektakulärste Teilstück: rund 4 Kilometer Luftseilbahn in zwei Abschnitten, zunächst hinauf und über die dampfenden Fumarolen von Ōwakudani auf etwa 1.040 Meter, dann hinunter nach Tōgendai am Ufer des Ashi-Sees. Die Kabinen fahren in kurzen Abständen, und man steigt in Ōwakudani um, wo das gesamte Tal unter einem zischt und nach Schwefel riecht. An klaren Tagen zeigt sich hier auch oft der Fuji zur Seite hin. Sowohl die Standseilbahn als auch die Seilbahn können wegen Wetter, Wind oder vulkanischer Aktivität ihren Betrieb einstellen – ein Check vor dem Start der Kombination lohnt sich.
The Lake Ashi boats
Von Tōgendai aus überquert die Schleife das Wasser. Ausflugsboote – einige davon als protzige Schein-Galeonen herausgeputzt, die Kinder lieben und alle anderen insgeheim genießen – kreuzen den Ashi-See nach Hakone-machi und Moto-Hakone in etwa 25 bis 40 Minuten, je nach Route. Dies ist das ruhige Teilstück nach dem Berg, und das klassische Hakone-Foto wartet am anderen Ende: das zinnoberrote Heiwa no Torii, das im seichten Wasser steht, dahinter der Kraterrand und, wenn der Tag es gut meint, der Fuji noch dahinter. Moto-Hakone und Hakone-machi sind auch der Ort, an dem der Hakone-Schrein, der rekonstruierte Kontrollposten aus der Edo-Zeit und ein von Zedern gesäumtes Stück der alten Tōkaidō-Straße alle nur wenige Gehminuten von den Anlegestegen entfernt liegen – die meisten Besucher planen daher hier ihren längsten Aufenthalt ein, statt an irgendeinem einzelnen Umsteigepunkt.
Den Kreis schließen – und in welche Richtung man ihn dreht
Von den Anlegestegen am See fahren Tozan-Busse über den Pass zurück nach Hakone-Yumoto und schließen den Kreis. Die Rundfahrt können Sie in beide Richtungen unternehmen, doch im Uhrzeigersinn – Bahn, Standseilbahn, Seilbahn, Boot, Bus – liegen die beiden großen Anstiege zuerst, solange Sie frisch sind, und am anderen Ende warten See und Schrein als Belohnung; zudem ergeben sich die Umstiege meist sinnvoller. Die Gegenuhrzeiger-Variante funktioniert ebenfalls und ist an der Seilbahn mitunter weniger überlaufen. Wie auch immer Sie fahren: Der ehrliche Haken ist, dass es sich um fünf separate Verkehrsmittel mit Wartezeit an jeder Umsteigestation handelt, und an Herbstwochenenden werden die Wartezeiten deutlich länger. Kalkulieren Sie mehr Zeit ein, als die reinen Fahrzeiten vermuten lassen, starten Sie früh, und behandeln Sie die Rundfahrt als den Tag selbst – nicht als Korridor zwischen Sehenswürdigkeiten.